Inspiration, nur etwas für Amateure!

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„Inspiration is for amateurs; the rest of us just show up and get to work.“Chuck Close

Im Allgemeinen erwartet man von einem Profi eine formale Qualifikation und eine höhere Leistung als von einem Amateur.

Einem Profi werden professionelle Eigenschaften zugesprochen. Die Vorstellungen von Professionalität gehen im Allgemeinen mehr oder weniger weit über festgeschriebene berufliche Anforderungen hinaus: Es wird ein erhöhtes Maß an Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, eine besondere Problemlösungskompetenz und eine ausgeprägte „professionelle Distanz“ von einer Person erwartet, wenn sie – unabhängig von der Tatsache, dass sie über ihre Tätigkeit Einkünfte bezieht – als „Profi“ bezeichnet wird. Der Begriff impliziert auch eine Rollenerwartung.

Ein Amateur ist eine Person, die – im Gegensatz zum Profi – eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne einen Beruf daraus zu machen bzw. Geld für ihre Leistung zu erhalten. Ein Amateur ist ein Laie. Der Begriff „amateurhaft“ wird im abwertenden Sinne von „nicht auf professionellem Niveau“ gebraucht.

Der Amateur und Profi ist, wie ich finde, hauptsächlich an der Einstellung der Person gegenüber einer Sache zu unterscheiden. Erfolg macht noch lange keinen Profi aus. Misserfolg beschreibt noch lange keinen Amateur. Es ist die Herangehensweise die ausschlaggebend ist.

Nehmen wir den Schriftsteller Jack London. Jack London sagte über seine Arbeit: „ I go each day to my daily task as a slave would go to his task. I detest writing.“ Und ein anderes Mal sagt er: „ I am nothing more than a fairly good artisan. I hate my profession. I detest my profession I have chosen. I hate it, I tell you I hate it.“

Wenn Jack London es so sehr hasste zu schreiben, warum schrieb er dann? Hass hin oder her, immerhin ist er Autor von über 50 Büchern und hunderten von Kurzgeschichten. Ganz einfach, es war für ihn die beste Möglichkeit Geld zu verdienen und sich seinen angenehmen Lebensstil zu sichern. Das ist natürlich weit entfernt von unserer romantischen Vorstellung vom Schreiben, aber Romantik scheint nicht die treibende Kraft für alle zu sein.

Geht es um Kreativität und kreatives Arbeiten geht, so haben wir noch immer die Vorstellung, dass der Künstler zuerst inspiriert sein müsste, um seiner Arbeit nachzugehen. Ganz egal ob Schriftsteller, Maler, Bildhauer, die Inspiration wird als der Ursprung allen kreativen Schaffens betrachtet. Im Umkehrschluss sind diejenigen Künstler, denen dieses „Geschenk Gottes“ nicht zuteil wurden, hoffnungslose Fälle!

Film, Fernsehen, Bücher, sie alle vermitteln uns eine falsche Ansicht darüber, wie ein Künstler zu sein hat und was er zu tun hat, um als wahrer Künstler anerkannt zu werden. Der Schriftsteller sollte am besten in einem kleinen ranzigen Pariser Cafe sitzen, kettenrauchend, und darauf warten bis ihn die Muse küsst.

In der Realität sieht das jedoch ganz anders aus. In der Realität sind es nämlich die Amateure, die darauf warten geküsst zu werden. Der Profi hingegen, er tut was er zu tun hat, denn er weiß, dass nur auf seine Taten die Inspiration folgt!

Unter dem Strich wird der Profi mehr konstante Inspiration erfahren, als der Amateur und wird auch schneller an sein Zeil kommen. Wie Jack London anmerkt: „ Don`t loaf and invite inspiration; light out after it with a club, and if you didn`t get it you will nonetheless get something that looks remarkably like it.“

Wie schafft man es nun die Einstellung des Profis anzunehmen, die man in einem Satz so zusammenfassen kann: „Profi zu sein heißt zu arbeiten, wenn man nicht arbeiten möchte!“

Die Antwort auf die Frage lautet: Routine!

Routine! Der Dreh-und Angelpunkt

Der Schriftsteller Mason Currey, recherchierte in seinem Buch „Musenküsse“, die täglichen Routinen und Abläufe von kreativen Menschen. Sie hatten allesamt unterschiedlichste Tagessbläufe, teilweise nachahmungswert, teilweise nicht. In einer Sache waren sie sich jedoch allesamt einig, nämlich in der Unabdingbarkeit einer täglichen Routine für das kreative arbeiten! Die Geschichte zeigt, dass bekannte Künstler nicht einfach darauf warteten bis sie sich inspiriert waren, sondern Tag für Tag hart dafür arbeiteten. Charles Dickens Sohn sagt über die Arbeitsweise seines Vaters: „ no humdrum, monotonous, conventional task could ever have been discharged with more punctuality or with more business-like regularity, than he gave to work of his imagination and fancy.“

Routine ist notwendig, um Begabung regelmäßig zu entfesseln!

Die Routine schützt vor Wankelmütigkeit, oder wie es Mason Currey anmerkt: „In the right hands, it can be finely calibrated mechanism for taking advantage of a range of limited resources: time (the most limited resource of all) as well as willpower, self-discipline, optimism. A solid routine fosters a well-worn groove for one`s mental energies and helps stave oft he tyranny of moods.“

Routinen automatisieren unseren täglich Entscheidungsprozeß!

Stephen King meint dazu in seinem Buch „On Writing“: “Like your bedroom, your writing room should be private, a place where you go to dream. Your schedule — in at about the same time every day, out when your thousand words are on paper or disk — exists in order to habituate yourself, to make yourself ready to dream just as you make yourself ready to sleep by going to bed at roughly the same time each night and following the same ritual as you go. In both writing and sleeping, we learn to be physically still at the same time we are encouraging our minds to unlock from the humdrum rational thinking of our daytime lives. And as your mind and body grow accustomed to a certain amount of sleep each night — six hours, seven, maybe the recommended eight — so can you train your waking mind to sleep creatively and work out the vividly imagined waking dreams which are successful works of fiction.”

Routine kann Kreativität werden, Kreativität kann Routine werden!

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Vier Mittel für eine erfolgreiche Routine:

1) Das Wichtigste zuerst

Von den 161 Künstlern die Mason Currey beobachtete, waren zwei Drittel Frühaufsteher. Sie nutzen die frühen Stunden des Tages, und die Frische ihres Geistes. So sagt Shakespeare dazu: „Der Teufel Angewöhnung, der des Bösen Gefühl verschlingt, ist hierin Engel doch: Er gibt der Übung schöner, guter Taten nicht minder eine Kleidung oder Tracht, die sich gut anlegt.“

 Das wichtigste stets zuerst, ist die Basis einer jeden Routine!

2) Beständigkeit

Es ist das Eine, früh am Morgen aufzustehen, tagtäglich früh am Morgen aufzustehen, ist das Andere. Beständigkeit funktioniert nur, solange äußere Umstände deine Verhaltensweise nicht diktiert. Ernest Hemingway stand jeden Tag mit den ersten Sonnenstrahlen auf, um zu schreiben, unwichtig ob er bis in die frühen Morgenstunden getrunken hatte.

Fängt man erst einmal damit an seine Routine zu unterbrechen, umso schwerer ist es sich wieder in sie hineinzufinden. John Updike sagt dazu: „ I`ve never believed that one should wait until one is inspired bevause I think that the pleasure of not writing are so great that if you ever start indulging them you will never write again. So, I try tob e a regular sort of fello – much like a dentist drilling his teeth every morning.“

 3) Ein klares Ziel

Sich jeden Morgen an den Schreibtisch setzten, macht noch lange keine erfolgreiche Routine aus, auch wenn es fünf Uhr morgens ist. Man muss sein tägliches Pensum klar vor Augen haben! Viele Schriftsteller haben eine fixe Anzahl an Wörter. Stephen Kings Wordcount liegt bei 2000 Wörter täglich. Er bleibt solange an seinem Schreibtisch sitzen, bis er sein Ziel erreicht hat. Jack London schrieb 1000 Wörter pro Tag, jeden Tag, ob zu Hause, oder seekrank im Südpazifik.

 4) Langfristigkeit

Das wahre Potential einer Routine entfaltet sich jedoch erst mit ihrer Langfristigkeit. Charles Schultz der Erfinder von „Peanuts“ arbeitete fünf Tage die Woche, je sieben Stunden täglich, über einen Zeitraum von 50 Jahren. Das Resultat, nahezu 18,000 Comics und ein Erfolg der bis heute anhält.

Zusammenfassung

Die wenigsten von uns haben den Luxus, sich den Tag so einzuteilen, wie es beliebt. Wir  gehen alle arbeiten, studieren, oder sind anderweitig für mindestens acht Stunden am Tag beschäftigt. Der Alltag ist stressig, oftmals passiert Unvorhergesehenes. Ein Profi schafft es trotz alledem, sich Zeit zu nehmen. Baue eine Routine, die zu deinen Leben passt. Ob du um fünf Uhr morgens aufstehest, oder später ins Bett gehst. Egal wie, tu etwas! Nimm dich und deine Arbeit wichtig! Zu guter Letzt noch ein kleines Gedicht von Jack London für alle Frühaufsteher:

“Now I wake me up to work;
I pray the Lord I may not shirk.
If I should die before the night,
I pray the Lord my work’s all right.
Amen.”

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2 Gedanken zu “Inspiration, nur etwas für Amateure!

  1. Wahre Worte. Die fehlende Routine ist der Grund dafür, weshalb ich seit Jahren (!) nichts zustande bringe. Ideen gibt es genug, doch ich habe das Handwerkszeug des literarischen Schreibens einrosten lassen und sitze deshalb trotz sprudelnder Gedanken vor dem weißen Blatt Papier.

    Ich werde mir deinen Blogeintrag zu Herzen nehmen und eine neue Schreibroutine in meinen Alltag integrieren. ^^
    Ein guter Beitrag! 🙂

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