Donnerstag ist Montag

Letzte Woche noch habe ich groß getönt ich würde von nun an täglich schreiben, zumindest unter der Woche. Heute ist Donnerstag! Bis jetzt habe ich noch kein einziges Wort geschrieben. Ich schäme mich! Gut, letztes Wochenende war Ostern, Montag ein Feiertag, wir waren auch nicht zu Hause, sondern in den Bergen, da war der Tagesablauf eben ein bisschen anders. Wir sind stets spät ins Bett und früh raus, und dazwischen gab es dann auch noch Mengen an Alkohol. Diese Woche fühle ich mich dementsprechend geschlaucht. Jedoch der werte Herr Hemingway, schießt es mir durch den Kopf, schaffte es sogar nach einer durchzechten Nacht, und wie hat er gesoffen, aufzustehen, um zu schreiben.

Gestern Abend hatte ich eigentlich auch schon vorgehabt etwas zu schreiben, aber sowohl die Couch, wie auch der Fernseher kam mir in die Quere. Asche auf mein Haupt! Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit ging das Kopfkino wieder los:“Was soll ich schreiben? Kann ich überhaupt schreiben? Die Woche ist eh schon versaut, sollte ich nicht besser ausgeruht und erfrischt nächste Woche wieder loslegen, aber dann so richtig!“

Fast konnte ich mich davon überzeugen, aber zum Glück nur fast. Stattdessen habe ich jetzt einfach einmal losgeschrieben, denn man muss bekanntlich die verdammte Inspiration an den Hörnern packen und sich von ihr keine Hörner aufsetzten lassen.

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Writer’s Block – Schreibblockade

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Den Begriff „Schreibblockade“ gibt es vermutlich genauso lange, wie das Schreiben selbst. Der Begriff wurde das erste Mal in den 1940er Jahren, von einem Psychiater Namens Edmund Bergler, eingeführt. Bergler untersuchte über zwei Jahrzehnte, neurotische Hemmungen in Verbindung mit Produktivität/Kreativität und kam zu dem Schluß, dass blockierte Schriftsteller:

  1. weder ihren Vorrat an Inspiration aufgebraucht haben
  2. noch einen Mangel an externer Motivation haben
  3. nicht talentlos sind
  4. noch faul
  5. oder gelangweilt

Nach Berglers Ansicht, ähnelt ein Schriftsteller einem Psychoanalytiker, der unterbewußt inneren Probleme durch das Schreiben versucht zu lösen. Ein Schriftsteller, der unter einer Schreibblockade leidet, ist zu allererst psychologisch blockiert und braucht eine Therapie, gemäß dem Motto: löst man das intrinsisch psychologische Problem, so löst man die Schreibblockade. Es gab jedoch auch Kritiker, die Berglers Untersuchung als lückenhaft bezeichneten, denn man konnte nicht nachzuweisen, ob eine vorangegangene psychische Blockade, stets auch Auslöser der Schreibblockade war.

In den 1980er Jahren nahmen sich zwei Psychologen, Jerome Singer und Michael Barrios, der Universität Yale des Problems an. Sie versuchten ein empirisches Verständnis davon zu bekommen, was es bedeutet eine Schreibblockade zu haben. Sie rekrutierten eine breitgefächerte Gruppe von kreativen Köpfen – Schriftsteller unterscheidlicher Genres, Theaterschauspieler, Drehbuchautoren etc. Alle Mitglieder mussten, seit mindestens drei Monaten, an einer Schreibblockade leiden.

Nach einer mehrmonatigen Untersuchung, inklusive 60 unterschiedlicher psychologischer Tests, kamen Singer und Barrios zu einem ersten Ergebnis. Alle Probanden waren schlichtweg unglücklich! Die Gruppe wies Symptome auf wie Angst, übertriebene Selbstkritik, Depressionen, Zwangsneurosen, Selbstzweifel, Prokrastination, Abneigung gegenüber Einsamkeit (ein schwerwiegendes Problem, da schreiben meist Einsamkeit voraussetzt). Singer und Barrios konnte die Gruppe jedoch in vier Kategorien unterteilen:

  1. Die Angst/Stress Gruppe – für diese Gruppe war eine tiefe seelische Belastung der größte Hemmschuh.
  2. Die Gruppe der Unglücklichen – sie fiel durch Wut/Abneigung gegenüber ihren Mitmenschen auf.
  3. Die Apathische Gruppe –  ihre Mitglieder waren abgestumpft und leidenschaftslos.
  4. Die Enttäuschte Gruppe – hier waren die Gefühle sehr stark negativ geprägt, weit über eine Traurigkeit hinaus. Ihre Mitglieder waren feindseligkeit und wütend.

Singer und Barrios fanden heraus, dass Menschen, die an einer Schreibblockade litten, eine eingeschränkte, positive Bildsprache oder Metaphorik besaßen. Sie hatten Schwierigkeiten zu tagträumen und eine verringerte Vorstellungskraft. Die Auswirkung dieser eingeschränkte Metaphorik, wirkte sich, je nach Kategorie, unterscheidlich auf die Probanden aus.

  1. Die Angst und Stress Gruppe – fühlte sich unmotiviert auf Grund ihrer übertriebener Eigenkritik. Nichts schien gut genug. Ihre Vorstellungskraft blieb zwar nicht aus, aber die gesteigerte Eigenkritik ließ sie auf der Stelle treten.
  2. Die Gruppe der Unglücklichen – fehlte es an Motivation, da sie ihre Arbeit nicht mit der von Anderen vergleichen wollten. Ihre Vorstellungskraft war relativ intakt.
  3. Die Apathische Gruppe – war die am meist blockierteste Gruppe. Sie konnten nicht tagträumen, ihnen fehlte Originalität, Vorstellungskraft. Sie fühlten sich eingeengt, worunter ihr Schöpfungsprozess am meisten litt.
  4. Die Enttäuschte Gruppe – brauchten  Aufmerksamkeit und Zuspruch von Außen, um sich zu motivieren. Sie waren sehr stark narzisstisch veranlagt, was sich auch in ihrer Arbeit wiederspiegelte.

Da die eingenschränkte Vorstellungskraft bei allen Probanden nachgewiesen werden konnte, beschlossen Singer und Barrios hier ihre Theapie anzusetzten. Die Therapie, in Form einer Übung, sollte den Kandidaten verhelfen, ihre Vorstellungskraft zurückzuerlangen. Der Kandidat sollte sich zehn Stichwörter überlegen und aufschreiben was immer ihm dazu in den Sinn kam. Es konnte sein, dass ein Kandidat an ein Musikstück dachte, der nächste an einen Ort in der Natur. Im nächsten Schritt nahmen die Kandidaten, anstatt zufälliger Sprichwörter, Szenen und Kapitel aus ihrem Buch/Geschichte/Theaterstück und schrieben erneut auf, was ihnen dazu in den Sinn kam. Es war eine Art autogenes Schreiben. Bereits nach zwei Wochen, konnten Singer und Barrios eine Auflösung/Linderung der Schreibblockade feststellen.

Edmund Bergler hatte Recht als er behauptete, dass der Schreibblockade ein psychisches Problem zu Grunde liegt. Berglers Ansatz, eine  Schreibblockade mit einer Psychotherapie zu therapieren, schien jedoch etwas übertrieben. Singer und Barrios bewiesen, dass zuerst die Schreibblockade therapiert werden müsste, mit Hilfe von Übungen zur Steigerung der Vorstellungskraft. „Sinnfreies“ Schreiben, scheint eine Schreibblockade lösen zu können. Als Folge des sich wiedereinstellenden Erfolges, könnte eine gelöste Schreibblockade gar tieferliegende psychischen Probleme, wie Angst und mangelndes Selbstbewusstsein lindern . Im Endeffekt, zwei Fliegen mit einer Klappe!

 

 

 

Montag

 

Focused

 

Alles fing damit an, dass meine Verlobte und ich ein sehr schönes Wochenende miteinander verbrachten. Den gesamten Samstagnachmittag diskutierten wir über unsere unterschiedlichen Projekte, über Kunst, was sie uns bedeutet und wie schwierig die Beziehung zu ihr manchmal sein kann. Engstirnigkeit des Denkens, Kreativität als Chance, Mut zur Praxis, waren nur ein paar wenige Themen, die wir im Zuge dieses Nachmittags leidenschaftlich diskutierten, mit dem Resultat, dass wir uns sonntags ein wenig Zeit nehmen wollen, um für die bevorstehende Woche feste Zeiten für das Schreiben und Malen (meine Verlobte) einzuplanen.

Gesag, getan! Am Sonntagmorgen saßen wir gemeinsam in der Küche. Motiviert bis auf die Zähne, planten wir bis ins Kleinste, an welchen Tagen der Woche wir schreiben/malen würden, die genaue Uhrzeit und was wir an diesen Tagen erreichen wollen. Da wir uns in der Vergangenheit ohne einen fixen Plan für unsere kreativen Vorhaben stets schwer getan haben, wollten wir somit verhindern, dass uns etwas in die Quere kommt. Mein Ziel für diese Woche sind drei Blog Posts, und an der zweiten Fassung meines Romans weiterzuarbeiten. Im Falle meiner Verlobten, so möchte sie an ihrem Kinderbuch, über zwei Vögel (Norbert und Nora), weiterarbeiten.

Es ist Montag. Um Punkt 04:30 klingelte mein Wecker und um 04:45 saß ich an meinem Laptop und versuchte mir etwas ganz was Schlaues zum Thema „Die Engstirnigkeit des Denkens“ einfallen zu lassen. Noch äußerst motiviert, bin ich bereit, meine Finger über die Tastatur flitzen zu lassen, aber dann – Leere! Einen kurzen Absatz schaffe ich gerade noch so, aber verziehe bereits, angeekelt von meiner Wortwahl, das Gesicht. Zu hochtrabend, zu erzwungen, alles scheiße, „Delete all“! Alles noch mal von vorne! Was will ich überhaupt sagen? Ich spüre, wie die Zweifel meine Beine emporklimmen, bis hinauf zu meinem Hals, den sie jetzt fest umklammern. Bekannte Symptome stellen sich ein, ich wippe mit den Füßen, kann kaum noch still auf dem Stuhl sitzen, habe Hummeln im Arsch. Jeder Ort wäre mir lieber, nur nicht hier vor diesem verdammten Laptop, mit dem Anspruch das Rad neu zu erfinden und das auch noch um fünf Uhr morgens. Soll ich nicht doch duschen gehen, das Ganze verschieben? Vielleicht auf heute Abend, oder gar auf Morgen, Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Auf ewig?

Während meine Selbstzweifel mich noch immer fest im Griff haben, höre ich eine klitzekleine und sehr leise Stimme. Sie sagt: „Dieser Moment ist deine Chance auf Veränderung! Drehe den Spieß doch einmal um! Zigmal hast du frühzeitig abgebrochen! Du weißt,  wie es sich anfühlt zu scheitern, aber weißt nicht, wie es ist, sitzen zu bleiben.“ Ich bleibe sitzen, zwar rutsche ich noch immer unruhig auf meinem Stuhl herum, spüre der Zweifel festen Griff, aber bleibe sitzen, schreibe weiter und gebe nicht auf!

Der heutige Blogpost sollte eigentlich von der „Engstirnigkeit des Denkens“ handeln. Ich hatte mir ausgemalt, wie ich mich in dem Post äußerst schlau und inspirierend zu diesem Thema äußern würde. Wie uns mangelndes Selbstvertrauen einschränkt und unser kreatives Potential beschneidet. Sicherlich spannend, aber dann befand ich mich inmitten meines eigenen mangelnden Selbstvertrauens. Wie es mir versuchte die Kehle zuzuschnüren, und mir weismachte, ich hätte kein Recht zu schreiben.

Ich habe mich heute Morgen durchgesetzt, blieb sitzen, schrieb weiter. Vielleicht ist nicht genau das dabei herausgekommen, was ich anfänglich geplant hatte, aber es ist genau so viel geworden, wie ich an diesem Morgen habe geben können. Daher ist der heutige Tag für mich sehr erfolgreich, und ich werde auch morgen wieder um 04:45 vor meinem Laptop sitzen.

„Shitty First Drafts“

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Hallo zusammen! So kurz vor dem Wochenende noch ein kleines bisschen Inspiration.

Ich bin zufällig über einen Essay der Schriftstellerin Anne Lamotte gestolpert, er lautet: „Shitty First Drafts“.

Ihre Aussage ist simpel: Alle Erstfassungen sind beschissen!

Sie beschreibt darin, dass unsere Vorstellung des Schaffensprozesses eines Schriftstellers sehr weit von der Realität abweicht. Ich hoffe, euch gefällt der Essay genauso gut wie mir.

Almost all good writing begins with terrible first efforts. You need to start
somewhere. Start by getting something — anything — down on paper. A friend of
mine says that the first draft is the down draft — you just get it down. The second
draft is the up draft — you fix it up. You try to say what you have to say more
accurately. And the third draft is the dental draft, where you check every tooth, to
see if it’s loose or cramped or decayed, or even, God help us, healthy.

 

Weniger ist mehr!

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Wer kennt es nicht! Eine neue Idee für ein Projekt, eine Geschichte, ein ganzen Roman. Augenblicklich machen wir uns an die Arbeit, kloppen Stunden wie die Verrückten. Und dann? Nach ein paar Tagen schon ist man ausgebrannt, man kommt aus dem Tritt, verliert die Lust. Die anfänglich so brilliante Idee, reiht sich ein in die lange Schlange, gescheiterter Projekte.

Mir erging es ähnlich, schnell war ich Feuer und Flamme, aber nach nur kurzer Zeit war nicht mehr übrig als kleine Flämmchen, die kurz darauf erloschen. Danach schmiss ich alles in die Ecke, frustriert von mir selbst,meiner Unfähigkeit! Stellte mein Können (oder eher Nicht-Können) in Frage und kam zu dem Schluß, das Schreiben aufzugeben. Irgendwann hatte ich natürlich wieder eine Idee, und das Spiel begann ein weiteres Mal von vorne.

Vor einiger Zeit, habe ich auf einem meiner Lieblingsblog „The Art of Manliness“ von der Kaizen-Methode gelesen.

Die Kaizen-Methode zielt darauf ab, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, nach guter alter „Hau Ruck“ Manier, sondern kleine Schritte auf dem Weg zu seinem Ziel zu gehen. Die Kaizen Methode ist zwar eine Wirtschaftsstrategie, die Japan nach Ende des 2. Weltkrieges dazu verhalf wieder auf die Füsse zu kommen, kann aber ebenso auf einen Persönlich umgemünzt werden.

Was ich in der Vergangenheit oftmals übersehen haben war, dass mein Vorhaben ein Schriftsteller zu sein, kein physisches Ziel ist, sondern eher ein anhaltender Prozess, der nicht aufhört, sobald ich meinen ersten Roman geschrieben habe. Ich will ein Schriftsteller sein, weil es mich glücklich macht, weil es, wie ich meine, mein Leben bereichert. Mein unstetes Schreiben war das Einzige, dass zwischen mir und meinem Glück stand. Die Kaizen-Methode zeigte mir, dass die kleinen und leisen Schritte mich viel weiter bringen würden, als die Großen und Lauten.

 

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Inspiration, nur etwas für Amateure!

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„Inspiration is for amateurs; the rest of us just show up and get to work.“Chuck Close

Im Allgemeinen erwartet man von einem Profi eine formale Qualifikation und eine höhere Leistung als von einem Amateur.

Einem Profi werden professionelle Eigenschaften zugesprochen. Die Vorstellungen von Professionalität gehen im Allgemeinen mehr oder weniger weit über festgeschriebene berufliche Anforderungen hinaus: Es wird ein erhöhtes Maß an Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, eine besondere Problemlösungskompetenz und eine ausgeprägte „professionelle Distanz“ von einer Person erwartet, wenn sie – unabhängig von der Tatsache, dass sie über ihre Tätigkeit Einkünfte bezieht – als „Profi“ bezeichnet wird. Der Begriff impliziert auch eine Rollenerwartung.

Ein Amateur ist eine Person, die – im Gegensatz zum Profi – eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne einen Beruf daraus zu machen bzw. Geld für ihre Leistung zu erhalten. Ein Amateur ist ein Laie. Der Begriff „amateurhaft“ wird im abwertenden Sinne von „nicht auf professionellem Niveau“ gebraucht.

Der Amateur und Profi ist, wie ich finde, hauptsächlich an der Einstellung der Person gegenüber einer Sache zu unterscheiden. Erfolg macht noch lange keinen Profi aus. Misserfolg beschreibt noch lange keinen Amateur. Es ist die Herangehensweise die ausschlaggebend ist.

Nehmen wir den Schriftsteller Jack London. Jack London sagte über seine Arbeit: „ I go each day to my daily task as a slave would go to his task. I detest writing.“ Und ein anderes Mal sagt er: „ I am nothing more than a fairly good artisan. I hate my profession. I detest my profession I have chosen. I hate it, I tell you I hate it.“

Wenn Jack London es so sehr hasste zu schreiben, warum schrieb er dann? Hass hin oder her, immerhin ist er Autor von über 50 Büchern und hunderten von Kurzgeschichten. Ganz einfach, es war für ihn die beste Möglichkeit Geld zu verdienen und sich seinen angenehmen Lebensstil zu sichern. Das ist natürlich weit entfernt von unserer romantischen Vorstellung vom Schreiben, aber Romantik scheint nicht die treibende Kraft für alle zu sein.

Geht es um Kreativität und kreatives Arbeiten geht, so haben wir noch immer die Vorstellung, dass der Künstler zuerst inspiriert sein müsste, um seiner Arbeit nachzugehen. Ganz egal ob Schriftsteller, Maler, Bildhauer, die Inspiration wird als der Ursprung allen kreativen Schaffens betrachtet. Im Umkehrschluss sind diejenigen Künstler, denen dieses „Geschenk Gottes“ nicht zuteil wurden, hoffnungslose Fälle!

Film, Fernsehen, Bücher, sie alle vermitteln uns eine falsche Ansicht darüber, wie ein Künstler zu sein hat und was er zu tun hat, um als wahrer Künstler anerkannt zu werden. Der Schriftsteller sollte am besten in einem kleinen ranzigen Pariser Cafe sitzen, kettenrauchend, und darauf warten bis ihn die Muse küsst.

In der Realität sieht das jedoch ganz anders aus. In der Realität sind es nämlich die Amateure, die darauf warten geküsst zu werden. Der Profi hingegen, er tut was er zu tun hat, denn er weiß, dass nur auf seine Taten die Inspiration folgt!

Unter dem Strich wird der Profi mehr konstante Inspiration erfahren, als der Amateur und wird auch schneller an sein Zeil kommen. Wie Jack London anmerkt: „ Don`t loaf and invite inspiration; light out after it with a club, and if you didn`t get it you will nonetheless get something that looks remarkably like it.“

Wie schafft man es nun die Einstellung des Profis anzunehmen, die man in einem Satz so zusammenfassen kann: „Profi zu sein heißt zu arbeiten, wenn man nicht arbeiten möchte!“

Die Antwort auf die Frage lautet: Routine!

Routine! Der Dreh-und Angelpunkt

Der Schriftsteller Mason Currey, recherchierte in seinem Buch „Musenküsse“, die täglichen Routinen und Abläufe von kreativen Menschen. Sie hatten allesamt unterschiedlichste Tagessbläufe, teilweise nachahmungswert, teilweise nicht. In einer Sache waren sie sich jedoch allesamt einig, nämlich in der Unabdingbarkeit einer täglichen Routine für das kreative arbeiten! Die Geschichte zeigt, dass bekannte Künstler nicht einfach darauf warteten bis sie sich inspiriert waren, sondern Tag für Tag hart dafür arbeiteten. Charles Dickens Sohn sagt über die Arbeitsweise seines Vaters: „ no humdrum, monotonous, conventional task could ever have been discharged with more punctuality or with more business-like regularity, than he gave to work of his imagination and fancy.“

Routine ist notwendig, um Begabung regelmäßig zu entfesseln!

Die Routine schützt vor Wankelmütigkeit, oder wie es Mason Currey anmerkt: „In the right hands, it can be finely calibrated mechanism for taking advantage of a range of limited resources: time (the most limited resource of all) as well as willpower, self-discipline, optimism. A solid routine fosters a well-worn groove for one`s mental energies and helps stave oft he tyranny of moods.“

Routinen automatisieren unseren täglich Entscheidungsprozeß!

Stephen King meint dazu in seinem Buch „On Writing“: “Like your bedroom, your writing room should be private, a place where you go to dream. Your schedule — in at about the same time every day, out when your thousand words are on paper or disk — exists in order to habituate yourself, to make yourself ready to dream just as you make yourself ready to sleep by going to bed at roughly the same time each night and following the same ritual as you go. In both writing and sleeping, we learn to be physically still at the same time we are encouraging our minds to unlock from the humdrum rational thinking of our daytime lives. And as your mind and body grow accustomed to a certain amount of sleep each night — six hours, seven, maybe the recommended eight — so can you train your waking mind to sleep creatively and work out the vividly imagined waking dreams which are successful works of fiction.”

Routine kann Kreativität werden, Kreativität kann Routine werden!

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Vier Mittel für eine erfolgreiche Routine:

1) Das Wichtigste zuerst

Von den 161 Künstlern die Mason Currey beobachtete, waren zwei Drittel Frühaufsteher. Sie nutzen die frühen Stunden des Tages, und die Frische ihres Geistes. So sagt Shakespeare dazu: „Der Teufel Angewöhnung, der des Bösen Gefühl verschlingt, ist hierin Engel doch: Er gibt der Übung schöner, guter Taten nicht minder eine Kleidung oder Tracht, die sich gut anlegt.“

 Das wichtigste stets zuerst, ist die Basis einer jeden Routine!

2) Beständigkeit

Es ist das Eine, früh am Morgen aufzustehen, tagtäglich früh am Morgen aufzustehen, ist das Andere. Beständigkeit funktioniert nur, solange äußere Umstände deine Verhaltensweise nicht diktiert. Ernest Hemingway stand jeden Tag mit den ersten Sonnenstrahlen auf, um zu schreiben, unwichtig ob er bis in die frühen Morgenstunden getrunken hatte.

Fängt man erst einmal damit an seine Routine zu unterbrechen, umso schwerer ist es sich wieder in sie hineinzufinden. John Updike sagt dazu: „ I`ve never believed that one should wait until one is inspired bevause I think that the pleasure of not writing are so great that if you ever start indulging them you will never write again. So, I try tob e a regular sort of fello – much like a dentist drilling his teeth every morning.“

 3) Ein klares Ziel

Sich jeden Morgen an den Schreibtisch setzten, macht noch lange keine erfolgreiche Routine aus, auch wenn es fünf Uhr morgens ist. Man muss sein tägliches Pensum klar vor Augen haben! Viele Schriftsteller haben eine fixe Anzahl an Wörter. Stephen Kings Wordcount liegt bei 2000 Wörter täglich. Er bleibt solange an seinem Schreibtisch sitzen, bis er sein Ziel erreicht hat. Jack London schrieb 1000 Wörter pro Tag, jeden Tag, ob zu Hause, oder seekrank im Südpazifik.

 4) Langfristigkeit

Das wahre Potential einer Routine entfaltet sich jedoch erst mit ihrer Langfristigkeit. Charles Schultz der Erfinder von „Peanuts“ arbeitete fünf Tage die Woche, je sieben Stunden täglich, über einen Zeitraum von 50 Jahren. Das Resultat, nahezu 18,000 Comics und ein Erfolg der bis heute anhält.

Zusammenfassung

Die wenigsten von uns haben den Luxus, sich den Tag so einzuteilen, wie es beliebt. Wir  gehen alle arbeiten, studieren, oder sind anderweitig für mindestens acht Stunden am Tag beschäftigt. Der Alltag ist stressig, oftmals passiert Unvorhergesehenes. Ein Profi schafft es trotz alledem, sich Zeit zu nehmen. Baue eine Routine, die zu deinen Leben passt. Ob du um fünf Uhr morgens aufstehest, oder später ins Bett gehst. Egal wie, tu etwas! Nimm dich und deine Arbeit wichtig! Zu guter Letzt noch ein kleines Gedicht von Jack London für alle Frühaufsteher:

“Now I wake me up to work;
I pray the Lord I may not shirk.
If I should die before the night,
I pray the Lord my work’s all right.
Amen.”

Über Nacht erfolgreich schreiben…

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Ich bin (auch?) einer von denen, die über Stunden, Tage und manchmal sogar Wochen das Internet durchforsten, nach Strategien, Taktiken, Hilfen und Tipps, und was sonst noch zu tun ist, um erfolgreich(er) zu schreiben.

Zugegebenermaßen, nach jedem Einzelnen dieser Artikel bin ich weder schlauer, noch reifer und anstatt einen Stift in die Hand zu nehmen, suche ich weiterhin nach dieser einen Wunderpille. Denn habe ich diese Wunderpille erst einmal gefunden und geschluckt, wird es mir wie Schuppen von den Augen fallen, ich meinen Sinn, meine Stimme finde und mir wird das Schreiben mühelos von der Hand gehen. Alles, was ich von nun an in Worte fasse, ist genial, so voller Witz, gleichzeitig gesellschaftskritisch und immer mit einer gehörigen Portion Tiefgang. Ich rege Menschen an nachzudenken, in sich zu gehen, zu reflektieren. Menschen finden sich in meinen Texten wieder, ich berühre! Während einer meiner vielen Lesereisen fragt mich das Publikum:“ Wie schaffst du es so erfolgreich zu sein?“  Ich antworte: „Ich stehe auf, dusche kalt, kämme mein kurzes Haar mit langgezogenen Bürstenbewegungen und halte eine strikt basische Diät. Diese Routine, ist der Schlüssel für die Freisetzung meiner epischen, kreativen Kräfte und ist die Basis meines übermenschlichen Erfolges.Amen!“

Auch wenn mir der Unsinn solcher „folge-diesen-(drei)-Tipps-und-werde-über-Nacht- erfolgreich“ Listen bekannt ist, so möchte ich trotzdem selbst eine „folge-diesen-drei-Tipps-und-werde-über-Nacht-erfolgreich“ Liste erstellen, aber eben ein klein bisschen anders.

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Hier sind also meine drei Tipps für das erfolgreiche Schreiben:

  1. Nimm einen Stift in die Hand
  2. Nimm ein Stück Papier
  3. Schreibe

Anmerkung: Wiederhole diesen Prozess täglich, über Jahre hinweg und du wirst garantiert erfolgreich!

Sei ungeduldig!

2788257890_842147951f_bGeduld ist ein Tugend, heißt es so schön. Als Kind wurde mir stets beigebracht, dränge dich nicht vor, sei achtsam, stelle dich hinten an in der Schlange. Ich möchte nicht behaupten, dass diese Einstellung komplett falsch ist, aber ich denke sie muß etwas angepasst werden.

Das Problem ist, dass niemand auf dich Rücksicht nimmt, niemand sieht, wie du dich zurücknimmst, zum Wohl der Anderen. Natürlich sollte man nicht nur etwas tun, damit man im Gegenzug dafür belohnt wird, es sollte uneigennützig sein. Es ist nur so, dass du dich über die Jahre, zu sehr daran gewöhnt hast, darauf zu warten, dass dein Handeln belohnt wird, dein rücksichtsvolles Handeln, aber passiert ist bislang noch nichts. Niemand ist bisher auf dich zugekommen und hat sich für deine selbstlose Geduld bedankt und dir dafür etwas geschenkt.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!

Diesen Ausspruch haben wir alle bereits zigfach gehört, und nicken sicherlich wohlwollend, wenn wir ihn gesagt bekommen. Aber warum handelt niemand danach, warum warten wir noch immer geduldig darauf, dass jemand auf uns zukommt, uns entdeckt, uns auswählt!

Wenn es um unsere Kunst, unsere Ideen, unsere Leidenschaften geht, dürfen wir uns nicht länger rücksichtsvoll hinten in die Schlange stellen, wir müssen auf uns aufmerksam machen, mit allen Mitteln die uns zur Verfügung stehen!

Schaffe dein eigenes Glück!

Verstecke dich nicht und denke nicht das die anderen, die bereits Erfolg haben, dir etwas  voraus haben. Denn das haben sie nicht! Das einzige, was diese Menschen getan haben, ist das sie sich nicht länger hinten angestellt haben, sondern sie haben sich vorgedrängelt, haben die Regeln gebrochen und haben sich ihren Platz erkämpft!

Brich die Regeln und lass deine Angst davor dein Antrieb sein!

Der erste Beitrag

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Es ist jetzt bereits das dritte oder sogar das vierte Mal, dass ich diesen ersten Eintrag komplett lösche und neu schreibe. Ich stochere wohl immer noch etwas im Dunkeln herum, was ich hier genau zum Ausdruck bringen möchte.

In meinem Kopf habe ich es, aber es fällt mir sehr schwer es auch in Worte auszudrücken. Ich denke, jeder kann mir nachempfinden, wie es sich anfühlt, diesen ersten Schritt ausserhalb seiner Komfortzone zu tätigen. Es ist als würde man das erste Mal mit Schlittschuhen auf Eis stehen, und krampfhaft versuchen, sich kein bisschen zu bewegen, aus Angst man könnte fallen.

Meine Verlobte und ich hatten uns letztes Jahr einmal überlegt auszuwandern. Kanada war unser Ziel, da ich dort einige Jahr bereits gelebt habe und es mir auch sehr gefallen hat. Wir haben uns eine große Landkarte gekauft und sie ins Wohnzimmer gehängt, als Erinnerung und Motivation für unser Vorhaben. Irgendwie hat diese Karte jedoch als Motivation nicht ganz ausgereicht. Wir schafften es partout nicht, uns hinzusetzten und einen Zeitplan auszuarbeiten, wie wir genau vorgehen wollten.

Meine Verlobte ist dann noch einen Schritt weitergegangen und hat einen Haufen Motivationssprüche, die sie, glaube ich, auf Pinterest gefunden hat, ausgedruckt und damit die Karte eingerahmt. Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben irgendwann den Plan auszuwandern über den Haufen geworfen, oder sagen wir einmal so, vorerst auf Eis gelegt, aber fast täglich blicke ich auf die von Motivationssprüchen umrahmte Karte und einer hat es mir ganz besonders angetan und beschreibt denke ich am besten, wie ich mich derzeit mit meinem Vorhaben und diesem Blog fühle.

Er lautet: What if I fall? Oh, my darling what if you fly?

Seit Jahren rede ich davon ein Schriftsteller werden zu wollen, und dieses Jahr möchte ich es endlich schaffen! Dieser Blog soll mir dabei behilflich sein regelmässiger zu schreiben und den Prozeß, sowie Tips und Tricks, die ich während dieser Reise erfahre, zu teilen. Ich habe bislang noch kein klares Konzept darüber, was die Artikel genau beinhalten werden, aber ich bin ziemlich gespannt!